Kleines Reiterlexikon

Kleines Reiterlexikon

A

Aalstrich: Dunkler Längststreifen auf dem Rücken des Pferdes,der von Mähne bis zum Schweifansatz reicht.Der Aalstrich war ein typisches Merkmal der Wildpferde und kommt heute noch vor allem bei Falben vor (z.B bei den Highlandponys).

Abchangieren: Vor allem Handwechsel im Galopp beim fliegenden Galopp.

Abgedrehtes Pferd: Pferd mit rund und geschlossen wirkendem Exterieur und kurzen Beinen.

Abstammungsnachweis: Eintragung des Geburtsdatums,der äußeren Merkmale und des Besitzers eines Pferdes in das Hauptstutbuch und andere Dokumente der Zuchtverbände.

Abgeschlagene Kruppe: Schräg nach hinten nach unten abfallende Kruppe.

Abzeichen: Weiße Flecken an Kopf und/oder Beinen des Pferdes.

Adel: Besondere Leistungsfähigkeit und exquistite Erscheinung eines Pferdes/seiner Rasse als Ergebnis von besonders anerkannter Abstammung und erstklassiger Ausbildung.

Aktion: Beinhaltung des Pferdes und die Art seiner Fortbewegung bei den verschiedenen Gangarten.

Albino: Pferd,das seine weiße Haarfrabe im Gegensatz zum normalen Schimmel,dessen Haar sich erst im Laufe der Zeit aufhellt,von Geburt an hat.

Aufgalopp: Vorstellen der Pferde im Galopp zu Beginn eines Rennens.

Aufziehtrense: Trense,bei der die rund gearbeiteten Backenstücke durch die Trensenringe geführt und mit den Trensenzügeln durch Schnallen verbunden werden,um zu verhindern,daß das Pferd in der bewegung ,,kippt"!

Auskeilen: Ausschlagen des Pferdes mit den Hinterbeinen.

B

Backenzähne: Ein ,,erwachsenes" Pferd hat 24 Backenzähne,je sechs davon auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers.

Barren: Das Schlagen von Stangen gegen die Beine eines Pferdes,um es zu höheren Springleistungen zu zwingen.Diese brutale Methode,die lange Zeit von einigen ganz ehrgeizigen Springreitern und -trainern angewandt wurde,ist mittlerweile im Tuniersport glücklicher Weise verboten!!!

Behang: Haare an den Beinen,vor allem bei Kaltblütern.

Bockhuf: Vererbbarer Huffehler,bei dem es sich um eine zu steile Stellung handelt.

Brandmauke: Ansteckende,schwere Entzündung der Haut,meist in der Fesselbeuge.Diese Krankheit wird durch Bakterien hervorgerufen.

Brandzeichen: Früher das Zeichen,mit dem ein Besitzer sein Pferd makierte;heute,zusammen mit dem Abstammungspapieren,der Nachweis für eine bestimmte Zuchtrichtung.

Brauner: Grundhaarfarbe.Ein braun gefärbtes Pferd mit schwarzer Mähne ,schwarzen Schweif und oftmals schwarzen Beinen.Das Braun kann von hell bis dunkel reichen.

Bügeln: Fehlerhafte,nach außen gerichtete Bewegung der Vorderbeine beim Gehen.

C

Chucker: Spielabschnitt von Siebeneinhalb Minuten beim Polo.

D

Dämpfigkeit: Chronisches Leiden des Pferdes an schweren Atembeschwerden.Sie deuten auf eine ernsthafte Erkrankung der Lunge oder des Herzens hin und gehören zu den Haupt- bzw. Gewährsmängeln.

Druse: Ansteckende Katarrh der Luftwege,bei dem sich die Schleimhäute entzünden.

Dummkoller: Schwere und unheilbare Gehirnerkrankung des Pferdes,die zu den Gewährsmängeln gezählt wird.

E

Equiden: Familie der Pferde,zu der u.a. auch Esel,Onager und Zebra gehören.

F

Fesselgallen: Anschwellungen im Bereich der Beugesehnen des Pferdes,die mit Bandagen und Massage geheilt werden.

Flehmen: Intensive Aufnahme eines Geruchs durch ein spezielles Organ im Rachenraum.

Fohlen: Junges Pferd bis zum Alter von zwie Jahren.

Format: Verhältnis der Rumpflänge zur Widerristhöhe in Stockmaß,wodurch sich vor allem die Geschlechter(Stuten sind meist langrechteckig,Hengste quadratisch oder hochrechteckig),aber auch Rassen unterscheiden lassen.

Fuchs: Grundhaarfarbe:Ein braun gefärbtes Pferd mit gleichfarbiger Mähne,Schweif und Beinen.Das Braun kann von hell bis dunkel reichen.

Fundament: Bau der Gliedmaßen und ihre Verankerung im Skelett des Pferdes.Das Fundament sollte nicht zu leicht sein,dafür harmonisch,breit und tief mit nicht zu langen,trockenen Beinen.

Fußräude: Hauterkrankungen an den Hinterbeinen,die von Parasiten hervorgerufen wird.

Futterrehe: Lahmheit besonders der Vorderfüße des Pferdes,besonders infolge von Überfütterung oder Fütterung mit zu frischem Hafer,Gerste,Roggen,Weizen sowie Kleie.

G

Gebäude: Körperbau des Pferdes.Bei nicht optimaler Harmonie des Pferdekörpers spricht man von Gebäudefehlern,z.B ,,überbaut".(s.u)

Gewährsmängel: Krankheiten,die dem Käufer beim Kauf eines Pferdes angezeigt werden b.z.w. innerhalb von 2 Wochen vom Käufer geltend gemacht werden müssen.Dazu gehören Dummkoller,Dämpfigkeit,Pfeifen des Kehlkopfes,Rotz,chronische oder periodische Augenentzündung und Koppen.

Gurtentiefe: Entfernung vom Widerrist zum Brustbein.Bei großer Gurtentiefe ist genügend Platz für Herz und Lunge vorhanden.

H

Hammelschwanz: Schwach herabhängender Schweif,den das Pferd infolge von Lähmungen nicht mehr kraftvoll heben kann.

Hechtgebiß: Fehlerhafte Stellung der Zahnreihen.Die Zähne des Unterkiefers stehen vor denen des Oberkiefers.

Hilfen: Die verschiedenen Mittel,mit denen der Reiter dem Pferd seinen Willen mitteilt.Man unterscheidet Gewichts-,Zügel-,Kreuz- und Schenkelhilfen,auch durch die Stimme kann der Reiter natürlich ein Kommando geben.

Hinterhand: Alle Körperteile des Pferdes,die sich hinter der Hand des Reiters befinden,also Kruppe,Becken,Schweif und Hinterbeine.

Hohe Schule: Dressurausbildung des Pferdes mit dem Ziel der Vollkommenheit im Sinne der Klassischen Reitkunst.

Hornspalt: Spaltung des Hufhorns,die in schlimmeren Fällen eine langwierige orthopädische Behandlung erfordert.

Hufeisen: In der Form eines unregelmäßigen,offenen Ringes gebogener ,,Eisenschuh" des Pferdes,der unter den Huf genagelt wird und diesen vor Abnutzung und Beschädigungen der Hornkapsel schützen soll.Hufeisen können auch Fehlstellungen der Hufe ausgleichen.Darüber hinaus sollen sie den Menschen Glück bringen.

Hunter: Typ des englischen b.z.w. irischen Jagd- und Springpferdes,der meist durch die Kreuzung von Vollbluthengsten mit schweren Warmblutstuten gezüchtet wird.

J

Jockey: Professioneller Reiter bei Pferderennen,der eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert und mindestens 50 Rennen gewonnen hat.

K

Kaliber: Verhältnis vom Gewicht zur Höhe des Widerrists.Das Kaliber wird errechnet als Quotient des Lebendgewichtes in Kilogramm,geteilt durch das Stockmaß in Zentimetern.

Kehlkopfpfeifen: Behinderung der Atmung durch Entzündung bzw. Erkrankung der Atemwege,die zu den Gewährsmängeln gehört.

Kolik: Sammelbegriff für verschiedenste Magen-und Darmerkrankungen des Pferdes,die äußerst schmerzhaft sein können.Bei Koliken leiden die Tiere sichtbar,und es sollte sofort ein Tierarzt gerufen werden,da eine genaue Diagnose wichtig ist.

Koppen: Luftschlucken,das aus Langeweile geschieht.Das Koppen kann andere Tiere ,,anstecken" und gilt als Gewährsmangel.

Körung: Genau festgelegte behördliche Deckerlaubnis für Hengste.Die Verwendung nicht gekörter Hengste für die Zucht ist verboten.

Kreuzgalle: Entzündung der Sprunggelenke,die durch falsche Ernährung oder einen Unfall(Rutschen,Verknicken der Sprunggelenke) hervorgerufen wurde.

Kreuzschwäche: Schwache Hinterhand bzw. schwankender Gang,oft aufgrund eines Rückenmarksleidens.

Kruppe: ,,Hinterteil",Hüftbereich des Pferdes.Die mächtigen Muskelpartien der Kruppe sind der ,,Motor" der Tiere,sie ermöglichen die körperlichen Leistungen der Pferde.

Kuhhessigkeit: ,,X-Beinigkeit" der Hinterbeine eines Pferdes.Die Kuhhessigkeit kommt hauptsächlich bei Ponys oder sehr ursprünglichen Pferden vor,da man versucht,sie aus optischen Gründen "wegzuzüchten".Sie ist jedoch kein ,,Fehler" des Pferdes,da kuhhessige Tiere im Gelände oft besonders trittsicher sind.

L

Laufmaschine: Vorrichtung,an der Pferde an langen Auslegern im Kreise bewegt werden,damit es ihnen in den Ställen nicht zu langweilig wird und sie immer gut ,,in Form" bleiben.Hilfreich auch gegen Stalluntugenden.

Leichtfuttrig: Ein Pferd ist leichtfuttrig wenn es ein guter ,,Futterverwerter" ist.Dagegen gibt es Pferderassen,bei denen die Nahrung nicht sichtbar verwertet wird-sie wirken immer etwas dürr.

M

Maulgatter: Instrument,mit dem der tierarzt während der behandlung das Maul des Pferdes geöffnet hält.

N

Nageltritt: Alle Verletzungen des Hufhorns infolge des Eindringens spitzer Gegenstände in den Huf.

P

Passage: ,,Spanischer Schritt",eine Lektion der Hohen Schule.Es handelt sich um Trab in höchster Vollkommenheit,bei dem ein diagonales Beinpaar kurzzeitig aushaltend über dem Boden zu schweben scheint.

Paßgang: Gleitende,ruhige Gangart im Zweitakt.Durch den fast erschütterungsfreien Lauf des Pferdes ist der Paßgang sehr leicht auszusitzen und deshalb für Anfänger und ältere Reiter beim Spazierenreiten im Gelände sehr gut geeignet.

Pedigree: Das Wort stammt vom französischen ,,Pied de Grue"(,,Kranichfuß") ab und spielt auf die Ähnlichkeit des Kranichfußes mit einem gezeichneten Stammbaum an.Als Pedigree wird ein Rassepferd mit Papieren bezeichnet.

Phlegmone: Schmerzhafte Entzündung des Unterhautgewebes mit Anschwellen der unteren Gliedmaßen.

R

Rahmen: Die Proportionen des Pferdekörpers.Es gibt groß-und kleinrahmige Pferde.Der Rahmen bezeichnet das gesamte Größenverhältnis der einzelnen Körperteile einschließlich der Gliedmaßen zueinander.

Ramskopf:Der Begriff kommt vom englischen,,Ram" (,,Widder") und bezeichnet ein Pferd mit einer stärker nach außen gebogenen Nase.

Rappe: Grundhaarfarbe: Ein völlig schwarzen Pferd.

Räude: Schwere Hautkrankheit,durch die Räudemilben verursacht.Die Räude ist sehr ansteckend und auch meldepflichtig. In Deutschland kommt sie praktisch nicht mehr vor.

Rauhfutter: Heu ist ein unverzichtbarer Ballaststoff für eine gesunde Darmtätigkeit des Pferdes.Das beste Rauhfutter ist gutes Wiesenheu vom ersten Schnitt. Über den ganzen Tag verteilt verfüttert,beschäftigt das Knabbern des rauhfutters das Pferd und beugt so Stalluntugenden vor.

Rittigkeit: Die Willigkeit des Pferdes, dem Reiter und seine Hilfen zu gehorchen.Die ausbildung eines jungen Pferdes bis zur Rittigkeit dauert in der Regel 2 Jahre.

Röhrbeinumfang: Unterhalb des Fußwurzelgelenks gemessener Umfang des Vorderbeines. Er sagt viel über die Belastbarkeit des Pferdes aus und sollte bei Warmblütern 20-22 cm und bei Ponys 18-20 cm betragen.

Rotz: Sehr ansteckende und gefährliche Krankheit,die anzeigepflichtig ist und die Tötung des Tieres nach sich zieht.In Deutschland aber lange nicht mehr aufgetreten.Gehört zu den Gewährsmängeln.

S

Schimmel: Grundhaarfarbe: Ein weißes Pferd.Schimmel werden dunkel geboren und brauchen bis zu zehn Jahren,um ihre endgültige Färbung zu entwickeln.Je nach Geburtsfarbe werden sie als Braun-,Fuchs-,oder Rappschimmel bezeichnet.Sie tragen oftmals dunkle Flecken auf ihrem weißen Fell.Je nach Größe derFlecken unterscheidet man Fliegen-,Apfel-und Forellenschimmel.Weiß geborene Pferde sind Albinos.

Schwanenhals: Langer und starker Hals mit einem gefälligen Knick im oberen Bereich.Pferde mit Schwanenhals sind oftmals bessere Zug-als Reittiere.

Senkrücken: Durchbiegung der Wirbelsäule nach unten.Ein Senkrücken entsteht meistens bei zu früher Arbeitsbelastung eines Jungtieres und kann sich durch längere ,,Freizeit" des betroffenen Tieres auf der Weide wieder ausgleichen.

Spat: Aufreibung eines Knochens und Entzündung des Sprunggelenks,die auf Dauer Lahmen des betroffenen Beines verursacht.

Stalluntugenden: Bestimmte,auch aggressive Verhaltensweisen,die durch Langeweile entstehen,wenn das Pferd zu lange im Stall steht und nicht bewegt wird.Man muß bedenken,daß Pferde Herdentiere sind und einen großen Bewegungsdrang besitzen.

Steingalle: Blutung im Horn des Hufes aufgrund von Quetschungen oder Zerrungen.Ursache ist oft ein fehlerhaftes oder fehlerhaft angebrachtes Hufeisen.

Stockmaß: Höhe des Pferdes vom Boden bis zum Widerrist,gemessen mit einem parallel zum Vorderbein senkrecht auf dem Boden stehenden Stock mit einem waagerechten, in der Höhe verstellbaren Arm,der die genaue Höhe anzeigt.

T

Trocken: Bezeichnung für die Beschaffenheit von Kopf und Gliedmaßen.Ein trockener Kopf und trockene Beine sind kräftig,aber nicht fettt,sondern knochig,sehnig oder muskulös mit straff anliegender,glatter Haut.

U

Überhaut: Körperform,bei der der höchste Punkt der Kruppe höher liegt als der höchste Punkt des Widerrists.Die Vorhand wird dadurch stärker belastet,was für manche Aufgaben eines Pferdes-wie etwa die Dressur-ungünstig ist.

V

Veredeln: Einkreuzung von Vollblut-oder edlen Warmblutpferden in meist schwerere,kräftigere Pferderassen,die dadurch ein elegantes Aussehen,aber auch ein lebhafteres Temperament bekommen sollen.

Versammlung: Grundlegenes Ausbildungsziel der Hohen Schule.Ein versammeltes Pferd schiebt seine Hinterbeine mehr unter den Körper,in Richtung seines Schwerpunktes.Die Beine werden dabei mehr zum Tragen als zum Vorwärtsschieben benutzt,wodurch die Vorderbeine entlastet und beweglicher werden.Das Pferd verlagert sein Gewicht auf die Hinterhand-so erst sind viele Übungen der Hohen Schule möglich.

Vorhand: Alle Körperteile des Pferdes,die sich vor dem Reiter befinden,also Widerrist,Hals,Kopf,Brust und Vorderbeine.

W

Weben: Stalluntugend des Pferdes,die sich als schaukelnder Tritt im Stall äußert.Weben geschieht aus Langeweile und Bewegungsmangel und kann auf andere Pferde,,ansteckend" wirken.Abhilfen sind Zuweisung einer größeren Box und viel Bewegung.

Widerrist: Zentraler Punkt des Körperbaus.Von den Dornforsätzen der ersten Brustwirbel gebildeter Ansatzpunkt für die Schulter-und Rückenmuskulatur des Pferdes.Der Widerrist sollte möglichst hoch und lang sein und in den Rücken hineinreichen.

Z

Zucht: Die systematische Auswahl der Elterntiere für die Erzeugung von Nachkommen mit einer Zielsetzung.Seit der Haustierwerdung des Pferdes hat der Mensch diese Zuchtauswahl betrieben.Das Ergebnis sind unsere heutigen Pferderassen.

 

 

 

 



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