Pferdekrankheiten

Pferdekrankheiten nach dem ABC sortiert!!!

Ich hoffe,das ich euch weiterhelfen konnte...

Allergie: Sie nehmen bei Pferden auffallend zu. Eine solche Überempfindlichkeit gegenüber den verschiedensten Reizstoffen kann leichte bis schwere Gesundheitsstörungen nach sich ziehen ( z.B. Mauke, Husten ).
Bei einer Heu-, Staub- oder Strohallergie, sollte das Pferd nur nasses, gut geweichtes Heu oder Grassilage erhalten, aber Vorsicht !! Grassilage darf nur in kleineren Mengen als Heu verfüttert werden, da sie sehr Eiweißreich ist und auch noch gut nährt.
Die Einstreu sollte durch Sägespäne und Torf ersetzt werden, einer sogenannten Matratze, die ca. 10 - 15 cm dick ist und nur einmal im Monat komplett erneuert wird. Der Mist und die Urinstellen werden täglich entfernt und durch neue Späne ersetzt.
Das Pferd sollte keinem Staub ausgesetzt werden.
Auch eine Allergie, ist der Nesselausschlag ( Nesselsucht ), sie tritt meist schlagartig auf, über den ganzen Pferdekörper bilden sich Quaddeln oder Knötchen. Stallpferde sollte man sofort ins Freie bringen.
Der Reizauslöser ist muffiges oder schimmeliges Futter ( auch Brot), Kunstdünger, Insektenstiche, -spray, alle möglichen Stäube, imprägnierte neue Satteldecken oder -gurte, das Fell anderer Haustiere usw.
Geht der Nesselausschlag schnell zurück, nachdem das Pferd umgestellt oder der Reizauslöser entfernt wurde, ist keine weitere Schädigung zu befürchten. Wenn sich jedoch zum Ausschlag auch noch Husten, Atemnot, Pulsbeschleunigung gesellen, ist umgehend ein Tierarzt zurufen.
Allergien verursachen auch manchmal Tränenfluss oder Hornhautentzündung am Auge. Bei solchen Symptomen immer den Tierarzt rufen.

Bei Sommerekzemen, (meist bei Islandpferden) bekommt das Fell kahle Stellen, an denen die Haut wund wird und aufbricht. Es juckt und durch Scheuern können zusätzliche Infektionen entstehen.
Ursachen: die Umstellung vom Insel- zum Binnenklima, Stechinsekten und Weidegras welches nicht in Island vorkommt.
Der Hautschaden bessert sich rasch, wenn die Tiere in ein Gebiet gebracht werden, das ihrer Heimat ähnlich ist, z.B. Küstengebiete, andere Inseln, Höhenlagen über 1500 m.
Einreibungen haben dagegen häufig nur wenig Erfolg, auch Injektionen durch den Tierarzt bringen kaum Besserung, sie führen oft nur zu unangenehmen Nebenwirkungen. Sommerekzeme entstehen meist nur im Sommer, halten sich aber oft hartnäckig über viele Monate, während der die Pferde kaum geritten werden können.

Atmung : Pro Minute atmet ein erwachsenes, gesundes Pferd im Ruhezustand etwa 10 - 15 mal ein und aus. Fohlen atmen wesentlich schneller, ebenso fiebrige Tiere oder eine Stute bei der Geburt. Bei Bewegung oder Aufregung wird die Atmung heftiger, sie kann sich bei längerem Galopp, oder beim Erschrecken, um das vierfache erhöhen.
Will man die Atmung zählen, beobachtet man die Nüstern oder man legt eine flache Hand an die Flanke. Pferde, die an Dämpfigkeit leiden haben meist Atemnot, ebenso stark überforderte Tiere.
Ein Pferd kann nur durch die Nüstern atmen, es müsste ersticken, wenn diese z.B. durch Schmutz und Staub vollständig verklebt wären.

Ballentritt : Verletzung eines Ballens. Am Vorderhuf entsteht ein Ballentritt durch das Hineintreten mit einem gleichseitigem Hinterhuf.
Ursachen :schlechter Gang bei stark ermüdeten Pferden, Stellungsfehler, mangelnder Beschlag.
Wegen der Infektionsgefahr darf man einen Ballentritt nicht mit Wasser auswaschen, er sollte mit einer antibiotischen Lösung behandelt werden. Ist das Pferd nicht gegen Tetanus geimpft, sollte man es schleunigst nachholen. Die Verletzung sollte vorsorglich, bis zum eintreffen des Tierarztes keimfrei verbunden werden.
Hintere Ballentritte werden von zu dicht auf reitenden Pferden verursacht, Risswunden an Ballen können durch hervorstehende Nägel an Boxenwände entstehen.

Brennen :Ein tiermedizinischer Eingriff zur Heilung oder Besserung von Sehnen- und Gelenkschäden am Pferdebein.
Mit einem erhitztem Metallstab werden am Vorder- oder Hinterfußmittelknochen, am Fesselgelenk, Fesselkopf oder am Sprunggelenk ( je nach sitz der Erkrankung) Punkte oder Striche eingeritzt, die Haut wird damit absichtlich geschädigt. Es entsteht eine akute Entzündung. Während diese abheilt, können auch chronische Entzündungen zurück gehen, ja sogar verschwinden.
Eine ähnliche Wirkung hat das Blistern, die Einreibung mit einer scharfen Salbe.

Bronchitis :Eine Entzündung der Luftröhre und ihren Verästelungen. Sie entsteht durch Auskühlung des Körpers, oder durch Vieren ( Influenza ), manchmal auch durch Allergien.
Immer den Tierarzt zu rate ziehen.

Dämpfigkeit :So wird das chronische, unheilbare Stadium einer Atemwegs- oder Herzerkrankung beim Pferd bezeichnet. Es ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Krankheitszustand als Folge von überdehnten Lungenbläschen oder einer Herzentzündung.
Dämpfigkeit ist mit Asthma vergleichbar.
Stark dämpfige Tiere leiden ständig unter Atemnot, sie müssen doppelt bis dreifach so viel Atmen als ein gesundes Pferd ( ca. 30 - 50 Atemzüge in der Minute). Das Einatmen ist deutlich verkürzt, beim mühsamen, längeren Ausatmen entsteht die Dampfrinne.
Man kann dem Pferd den Zustand nur erleichtern, aber nicht heilen, wenn man es auf Weiden in höheren Lagen mit mäßig feuchtem Klima bringt. Letzten Endes führt Dämpfigkeit stets zur völlig Unbrauchbarkeit des Pferdes, darum ist es wichtig, die Krankheiten vorzubeugen, die Dämpfigkeit zur Folge haben.
Auslöser: Druse, Influenza, Vieren und Allergien. Husten sollte stets ein Alarmzeichen sein, dass mit den Atemwegen etwas nicht stimmt. Besser sofort den Tierarzt rufen.

Dampfrinne :Bei jedem Ausatmen muss das Pferd die Bauchmuskulatur angestrengt zusammen pressen, damit die verbrauchte Luft die Lungen verlassen kann. Dadurch entsteht unter dem Rippenbogen eine längliche Vertiefung, die beim Einatmen zurück geht.

Darmverschlingung :Es ist eine lebensbedrohliche Verlagerung eines Darmabschnittes, die Ursache dafür, oder auch die Folge, kann eine Kolik sein. Bei den kleinsten Anzeichen, wie z. B. Fressunlust, kein Misten den Tierarzt rufen.

Druckstellen :Es sind Scheuerungen auf der Haut des Pferdes.
Verursacher: verschmutzte Satteldecken, nicht passender Sattel, zu enges Halfter oder Zaumzeug, usw.
Druckstellen schwellen oft an, ohne das sich die Haut öffnet, die Schwellung lässt sich meist durch kühlende, entschwellende Salbe beheben. Beachtet man aber einen geschlossenen Druck nicht , so können bis zu Handteller große, offene, sehr schmerzhafte Wunden entstehen. Aufgeriebene Stellen dürfen nur mit einer vom Tierarzt verschriebenen Salbe behandelt werden. Das Pferd darf dann nur noch so gearbeitet werden, dass die Druckstellen frei bleiben. Bei Satteldruck darf so lange nicht geritten werden, bis der Druck vollständig ausgeheilt ist.

Druse :Eine sehr ansteckende Krankheit ! Sie tritt häufig nach einer Viruserkrankung mit Husten auf.
Die Anzeichen sind : hohes Fieber, trockener Husten und eitriger Nasenausfluss.
In den Lymphknoten bilden sich eitrige Abszesse ( manchmal auch an inneren Organen). Die erkrankten Pferde haben meist starke Schluck- und Atembeschwerden, weil die Geschwüre auf Luft- und Speiseröhre drücken. Die Abszesse müssen notfalls durch den Tierarzt gespalten werden, damit das Pferd nicht erstickt oder verdurstet. Es dauert in der Regel meist mehrere Wochen, bis die Abszesse von selbst aufgehen und das Eiter abfließt, eventuell kann man den Vorgang mit Einreibungen, Inhalation und Packungen beschleunigen. Danach klingt das Fieber rasch ab, doch die Tiere sind noch lange Zeit sehr geschwächt.
Gefürchtet ist aber die Druse nicht nur wegen des gefährlichen Krankheitsverlauf, sondern auch wegen den Komplikationen, die ziemlich häufig im Anschluss danach auftreten und oft tödlich ausgehen.
Wie z.B. Brustfellentzündung, Dämpfigkeit, Kehlkopfpfeifen, gelegentlich Dummkoller oder Erblindung, chronische Eiterherde und Schulterlahmheit.
Besonders Anfällig und Gefährdet sind Pferde für solche Folgeerscheinungen, die zu früh wieder in die Arbeit aufgenommen werden.

Dummkoller : Damit wird die nicht heilbare, fiebrige Phase einer Gehirnhöhlenwassersucht bezeichnet. Es ist also ein Krankheitszustand und keine eigenständige Krankheit.
Die Ursache: Sie ist medizinisch noch nicht 100% geklärt, man vermutet Restvieren nach einer Viruserkrankung, z. B. Druse, Influenza, aber auch Tumoren.
Die Folgen : Bewustseinsstöhrungen, die sich unterschiedlich äußern können. Ein erkranktes Tier kommt häufig aus dem Gleichgewicht, beginnt ohne erkennbare Ursache zu toben, oder steht teilnahmslos herum, steckt das Maul ins Wasser, ohne zu trinken oder vergisst aufgenommenes Wasser zu schlucken.
Merkwürdiges Verhalten hat aber nicht immer was mit Dummkoller zu tun, eine genaue tierärztliche Untersuchung ist aber bei seltenen gebaren eines Pferdes, vor allem wenn es über mehrere Tage anhält, dringend geraten.

Einschuss : Es ist eine Schwellung, die meist an den Hinterbeinen auftritt. Man kann sie als Phlegmone verstehen die von innen her verursacht wird. Meist ist der Einschuss mit hohem Fieber und einer sehr starken Lahmheit des erkrankten, angeschwollenen Beines verbunden. Gefährdet sind vor allem gut gefütterte Pferde, die nach ausgiebigen Training und harter Arbeit (Jagt, Turnier usw.) unvermittelt zu Stehtagen übergehen.

Fieber : man spricht von Fieber, wenn die Temperatur des Pferdes im After 38,2 Grad übersteigt. Die Normaltemperatur liegt bei 37,5 bis 38,2 Grad. Fieber ist immer ein Alarmzeichen, bei dem man den Tierarzt holen sollte. (siehe auch Temperatur )

Gallen : Sie bilden sich an den Beinen bei übermäßiger Ansammlung von Gelenkgel ( Schleimbeutelflüssigkeit).
Sie werden nach ihrer jeweiligen Lage benannt, wie Fesselgelenkgalle ( über dem Fesselgelenk ), Ellbogengalle, Stollbeule (an der Spitze des Ellbogengelenks), Sprunggelenkgalle ( rund ums Sprunggelenk), Kreuzgalle, Piephacke (über dem Sprunggelenkshöcker).
Verdickungen können weich, frisch, auch warm sein und von selbst zurück gehen. Harte, kalte Gallen sind oft schmerzhaft, kaum wegzubekommen und führen häufig zu Lahmheit.
Gallen entstehen :z.B. durch Wachstumsstörungen beim jungen Pferd, durch Krankheit, Überanstrengung, Verletzung, Wurmbefall.
Ob und wie Gallen behandelt werden müssen, kann nur der Tierarzt entscheiden.

Giftpflanzen : (Vergiftung ): Beim geringsten Verdacht einer Vergiftung ist ohne zu zögern ein Tierarzt zu rufen.
Viele Pflanzengifte sind tödlich, wenn nicht in kürzester Zeit die richtigen Medikamente verabreicht werden. Hilfreich ist es, wenn man genau weiß, welche Pflanze das Pferd gefressen hat und ein Exemplar davon für den Tierarzt aufbewahrt.
Auf eine Vergiftung können Atemnot, blutiger Harn, starker Speichelfluss, taumeln, aber auch eine Kolik hinweisen.
Die meisten Gifte sind auch noch im getrocknetem Zustand gefährlich, sie dürfen deshalb nicht im Heu enthalten sein, da sie getrocknet an Geruchstoffen verlieren und die Pferde sie nicht aussortieren können.
Giftig sind auch die grünen Teile der Kartoffel. ....
siehe Bild

Hautparasiten : schmarotzende, winzige Lebewesen, die sich in der Haut größerer Lebewesen ( auch Menschen) einnisten. Sie wachsen dort heran, meist ernähren und vermehren sie sich auch an ihrem Wirt und schädigen ihn. Beim Wurmbefall z.B. wirken Parasiten an den inneren Organen.
Am bekanntesten und gefürchtetsten ist die Räude, sie entsteht durch Milbenbefall und äußert sich in heftigem Jucken, Haarausfall, Hautschuppen und schorfigen Knötchen. Diese Schmarotzer siedeln häufig tief in den Ohren der Pferde, das geplagte Tier leidet unter einem unerträglichem Juckreiz, lässt sich kaum die Ohren berühren und versucht sie immer an Gegenständen zu reiben. Andere bevorzugte Stellen sind der Hals, der Mähnenkamm, die Sattellage, die Schweifrübe und der Kötenbehang. Milben werden durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen. Direkt von Pferd zu Pferd, indirekt vom Putzzeug, Satte- und Zaumzeug, Stroh Heu, Kleidung des Pflegers. Sie leben auch auf Holz und Wandern z.B. von Holzböden, Trennwänden, Zaunpfosten zu den Pferden.
Geschwächte oder kranke Pferde sind besonders anfällig für Milbenbefall und verfallen dadurch noch mehr.
Nach der hauptsächlich befallenen Körperzone, spricht man auch von Ohr -, Fuß-, Schweifräude. Räude ist als Seuche den zuständigen Behörden zu melden. Bei Verdacht auf Milbenbefall muss man umgehend den Tierarzt rufen, damit sie sich nicht ausbreiten kann.
Sommerräude ist eine Allergie der Haut oder ein Pilzbefall ( Hautpilz). Diese verbreitet sich ebenso schnell wie Milben, auch die Symptome und der Gesundheitsschaden des Pferdes sind ähnlich.
Feucht warmes Stallklima fördert den Pilzbefall, der ebenfalls hochgradig ansteckend ist. Durch Hautproben die im Labor untersucht werden lässt sich 100% feststellen um was für einen Pilz es sich handelt, davon hängt die Behandlung ab. Oft treten Hautpilze und -milben gemeinsam auf.
Einzelne Hautverdickungen entstehen vorwiegend in der Sattellage durch die Dasselfliege. Sie bohrt sich einen Gang durch die Haut des Pferdes und legt darunter jeweils ein Ei ab. Um diesen Fremdkörper bildet sich dann Eiter und es entstehen Hasel- bis Walnuss große Beulen.
Man kann sie aufdrücken, bis das ca. 1 cm große Ei mit samt Eiter raus fliegt oder man legt eine heiße Kompresse auf, die das gleiche bewirkt. Auf jedenfall sollte die Beule geöffnet werden. Das zurück bleibende Loch muss aber zuerst wieder verheilen, bevor man das Pferd satteln darf. Aus solchen Stellen kann leicht eine Sommerwunde entstehen, die anstatt zu heilen zu wuchern anfängt, sie riecht übel und bricht immer wieder auf.
In schlimmen Fällen muss das geschädigte Hautgewebe operativ entfernt werden.

Hitzschlag :Immer noch hält sich in Reiterkreisen hartnäckig die Meinung dass ein erhitztes Pferd ( nach einem längeren, anstrengendem Ritt) einige Zeit nichts trinken dürfte.
Richtig ist : Die durch Schwitzen verlorengegangene Flüssigkeit muss baldmöglichst ersetzt werden !
Um den Kreislauf jedoch nicht unnötig zu belasten, darf das Wasser nur in kleinen Schlucken gegeben werden, außerdem sollte man das Pferd herumführen, damit sich das Wasser im Magen erwärmen kann. Ein Pferd, das bei hohen Temperaturen gearbeitet wird, aber schon kaum oder nicht mehr schwitzt, steht kurz vor einem Hitzschlag. Es ist nahezu ausgetrocknet und kann sich nicht mehr durch Schwitzen abkühlen. Es versucht nun die Wärme über die Lungen abzugeben, deshalb atmet es flach und stoßweise. Häufig bekommt es Muskelzucken, hervorgerufen durch Kalziummangel, denn mit dem Schweiß wird auch Kalzium ausgeschieden. Das Blut verdickt sich, dadurch muss das Herz angestrengter und schneller schlagen. Im schlimmsten Fall bricht das Pferd zusammen. Schon bei den ersten Anzeichen der Erschöpfung gibt man dem Pferd leicht angewärmtes Wasser, in kleinen Mengen und kurzen Pausen. Dazu mischt man etwas Kochsalz, einem Esslöffel auf 10 l Wasser, um den Kalziumverlust auszugleichen. Zusätzlich wird das Pferd abgewaschen und mit feuchten Tüchern belegt. Vor allem die Herz und Nierengegend, sowie die Kruppe und die Hinterhand dürfen nicht mit eiskaltem Wasser einfach übergossen werden, weil dadurch das Pferd einen schock erleiden kann, der zum Herzversagen führt.
Vernünftige Reiter muten ihren Tieren bei hochsommerlichen Temperaturen erst gar keine größeren Leistungen zu. Reitstunden und Ausritte kann man recht gut in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen.

Hufrehe, Hufverschlag : Es ist eine Anschwellung und Entzündung der Huflederhaut. Meist sind beide Vorderbeine davon betroffen, seltener auch die Hinterhufe. Typisch für die Rehe ist die Haltung des Pferdes. Es kann sich nur mühsam bewegen, beim Stehen stellt es die Vorderbeine schräg vor, um sie zu entlasten und dadurch die starken Schmerzen zu verringern.
Es gibt verschiedene Formen der Hufrehe :
1.) Belastungs- oder Pflasterrehe : Sie entsteht bei Übermäßiger Belastung der Vorderhand, durch fehlerhaftes Sitzen, zuviel Springen, Traben und Galoppieren auf hartem Boden.
2.) Futterrehe: Eigentlich müsste sie Überfütterungsrehe heißen. Manche Pferdehalter verursachen sie selbst, sie geben zuviel Hafer, Klee, Luzerne, Brot und ähnliche stark eiweißhaltige Leckerbissen bei zuwenig Bewegung. Wird das Eiweiß nicht oder nur Teilweise in Energie umgewandelt, sondert es im Körper des Pferdes Giftstoffe ab, Die selbe Wirkung hat verdorbenes Futter.
3.) Geburts- oder Fohlenrehe : Stuten erleiden sie manchmal nach der Geburt, wenn z.B. die eiweißhaltige Nachgeburt innerhalb von einigen Stunden nicht oder nur teilweise abgeht.
Die Gefahr einer Reheerkrankung besteht auch nach Infektionskrankheiten oder durch Medikamentenunverträglichkeit. Rehe muss unverzüglich durch den Tierarzt behandelt werden, bevor sie chronisch wird !
Bewährte Maßnahmen sind: Kühlung der Hufe, entzündungshemmende Mittel und ein spezieller Beschlag.
Die Futteranweisungen des Tierarztes müssen unbedingt beachtet werden!!!
Wer seinem rehekranken Pferd Hafer gibt, obwohl er es unterlassen soll, bringt es unter Umständen um !!!!
Im fortgeschrittenen Stadium der Rehe, kommt es zu schweren Deformationen des Hufes, typisch sind die horizontalen, wellenförmigen Rillen am äußeren Hufhorn. In krassen Fällen bricht das Hufbein durch die Sohle, für solche Pferde ist kaum noch eine Rettung, geschweige denn eine Heilung möglich. Allein die Schmerzen, die ein an Hufrehe erkranktes Pferd erleiden muss, sollte jedem Reiter anregen, vernünftig zu reiten und zu füttern.

Hufrollenentzündung, Strahlbeinlahmheit : es wird fälschlich auch Hufrolle genannt. Mit Hufrolle bezeichnet man das Strahlbein im Huf und den Teil der Hufbeinbeugesehne die über das Strahlbein abrollt. An dieser Stelle sitzt ein Schleimbeutel, der Gelenkgel abgibt. Er wird meist zuerst von einer Entzündung betroffen, breitet sich weiter aus, kann den Knorpel des Strahlbeins aufrauen und die Bewegungssehen ausfransen.
Im weiteren Verlauf entzündet sich das gesamte Knochen -, Knorpel- und Sehnengewebe. Es kommt zu Verdickungen und Verwachsungen, die auch das Huf- und Kronbein in Mitleidenschaft ziehen können. Häufig versteift sich dadurch der gesamte Bewegungsapparat des Hufes. Bei beginnender Hufrollenentzündung geht ein Pferd oft nur ganz wenig Lahm. Wenn es dann bereits deutlich lahmt, hat sich die Entzündung stark ausgebreitet. Der Nervenschnitt ist oft der letzte Ausweg, um die Gebrauchsfähigkeit des Pferdes noch für eine Weile zu erhalten. Tritt die Lahmheit erneut auf, bedeutet dies - traurig genug, gerade oft genug für relativ junge Pferde - das Todesurteil. Auch aus diesem Grund nimmt der verantwortungsbewusste Reiter schon geringe Veränderungen im Gang seines Pferdes ernst, aber nur der Tierarzt kann durch bestimmte Tests eine Hufrollenentzündung feststellen.
Besonders gefährdet sind Pferde im Rechteckformat mit zu langer und zu spitzer Hufzehe.
Die Schädigung tritt fast nur an den Vorderbeinen auf und ist meist durch Überbelastung der Vorhand bedingt.
Die Hauptursachen sind : Sitzfehler, strapaziöses Springtraining, häufige Springprüfungen, flotter Galopp auf hartem Boden, fehlende Anlehnung, zu wenig Handwechsel und Longieren auf zu kleinem Zirkel.
siehe Bild

Husten : Er ist oft die Begleiterscheinung einer Virusinfektion ( Druse, Influenza ). Andere Ursachen sind Allergien, Sägespäne von imprägniertem Holz als Einstreu, Federstaub und viele andere oft schwer feststellbare Substanzen, die die Atemwege und Lungen des Pferdes so reizen, dass es zu ersticken droht.
Husten und Atemnot werden auch durch mechanische Reize ausgelöst, wenn ein Fremdkörper in die Luftröhre gerät ! Dies ist für das Pferd lebensgefährlich!
Es passiert leider immer wieder durch füttern mit trockenen Rübenschnitzeln, in seltenen Fällen auch, wenn der Magen durch zuviel quellendes und gärendes Futter aufreißt und der Mageninhalt durch die Nase erbrochen wird ( normal können sich Pferde nicht übergeben ). Beim nächsten Atemzug gelangt die erbrochene Masse in die Lungen und das Pferd erstickt.
Jeder Husten muss vom Tierarzt auf seine Ursache hin untersucht werden, mit unwirksamen Hustenmittelchen kann eine behandlungsbedürftige Erkrankung nur verschleiert aber nicht geheilt werden.!!!

Infek. Anämie (ansteckende Bluterkrankung): ist eine Viruserkrankung des Blutes und kommt nur bei Einhufern ( Equiden) vor. Als Hauptüberträger gelten blutsaugende Insekten. Die Erreger verbreiten sich aber weiter durch direkten oder indirekten Kontakt der Pferde untereinander, also über Tränkeeimer, Halfter, Trensen usw. auch beim Deckakt.
Symptome : Fieber ohne sonstige Beschwerden, unerklärlicher Leistungsabfall, Abmagerung.
Nur durch eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob ein Pferd an dieser tödlichen Krankheit leidet (Coggings- Test ). Sie ist anzeigepflichtig d.h. sie muss vom Tierarzt dem staatl. Veterinärsamt gemeldet werden. Gegen diese Krankheit gibt es bisher weder eine Schutzimpfung noch eine Heilmethode.

Influenza (Grippe) : Je nach Erscheinungsbild hat sie eine Reihe von Zweitnamen (z.B. Bronchialkatarrh, Brüssler Krankheit, Hoppegartener, Rennbahnhusten, Bronchitis, Pferdegrippe, - husten, Virushusten).
Noch vielfältiger als die Namen, sind die Erreger, meist Viren und nicht jede Art kann durch Impfung ferngehalten werden.
Verschiedene Grippeviren sind vom Pferd auf den Menschen übertragbar und umgekehrt!!!!
Mit einer Grippe hat man also nichts im Stall zu suchen !!!!
Andererseits sollte man es vermeiden von einem Pferd angehustet zu werden. Die Viren können auch beim Putzen und Füttern übertragen werden. Die Ansteckungsgefahr ist überall dort sehr hoch, wo viele Menschen und Tiere zusammen kommen, wie z.B. bei Turnieren usw. Zur Diagnose und Behandlung braucht man natürlich einen Tierarzt.
Erkrankungsmerkmale : leichter Temperaturanstieg, Husten, tropfende Nase.
Erkrankte Pferde sollten sofort aus der Arbeit genommen werden. Sonst können Bakterienerkrankungen wie Druse die bösen Folgen sein.
Ganzjährige Weidepferde können auch weiterhin im Offenstall gehalten werden, es sollten nur zugige und staubige Plätze vermieden werden, was natürlich auch für Stallpferde gilt.

Kehlkopfpfeifen : Das betroffene Pferd leidet an einer chronischen Atemstörung. Es ist eine Folgeerscheinung nach einer überstandenen Infektionskrankheit wie Druse, die oft die Luftröhre entzündet. Der Kehlkopf kann gelähmt sein, die Stimmbänder sind schlaff und öffnen sich nicht mehr richtig. Beim Einatmen gerät das Pferd in Atemnot und ein hartes Geräusch ist zuhören. Je schneller die Bewegung des Pferdes, um so stärker wird das Geräusch, es ist nur noch bedingt Verwendungsfähig , keinesfalls mehr für größere Anstrengung.
Starkes Kehlkopfpfeifen kann Erstickungsanfälle auslösen, oft hilft dann nur noch ein Luftröhrenschnitt, bei dem eine Kanüle zur Linderung der Atemnot eingesetzt wird.

Knochenbruch : Wenn ein Pferd nach einem Unfall ( Sturz, starkes Anschlagen am Hindernis, heftiger Kampf auf der Weide usw.) nur noch auf drei Beinen steht, muss man einen Knochenriss oder Bruch annehmen. Das verletzte Bein darf nicht mehr belastet werden. Ist eine Operation aussichtslos muss es getötet werden, aber auch nach einer Operation treten häufig Komplikationen auf: es stellt sich zu früh auf das operierte Bein, durch langes stehen in Haltegurten kommt es zu Kreislaufstörungen und Koliken ( hinlegen kann es sich nicht da es beim Aufstehen das eingegipste Bein belasten würde).
Die Heilung dauert im günstigsten Fall etwa ein viertel Jahr, anschließend ist eine längere tierärztliche Behandlung erforderlich, um die Funktion der Organe, Muskeln, Sehnen und Gelenke wieder herzustellen. ( Die Gesamtkosten der Heilung sind kaum zu bezahlen, für einen Normalverdiener ist eine Operation zu teuer)

Kolik : Eine Störung im Magen und Darm des Pferdes, die mit krampfartigen Schmerzen verbunden ist, sie zeigt sich meist durch Futterverweigerung an. Beim einsetzen der Krämpfe scharrt das Pferd nervös mit dem Vorderhuf, schlägt mit dem Schweif und dreht den Kopf zum Bauch.
Bei starken Beschwerden lässt es sich oft einfach fallen, wälzt sich oder bleibt minutenlang auf dem Rücken liegen. Es schwitzt stark, klopft sich mit der Hinterhand an den Bauch, rennt mitunter vor Schmerz mit dem Kopf vor die Wand, wobei es sich schwer verletzen kann.
Koliken entstehen durch Futteranhäufungen im Magen, durch Parasiten, Bakterien, giftige Substanzen im Futter (wie Schimmelpilze, Giftpflanzen) oder durch Darmverstopfung mit unverdaulichen Fremdkörpern wie Sand oder Erde. Dabei kann ein Darmabschnitt abgeschnürt sein oder gelähmt werden, sich verdrehen, verlegen oder verknoten (Darmverschlingung). Aus der Heftigkeit der Schmerzen kann man nicht schließen, ob es eine leichte oder schwere Kolik ist. Bei jedem Anzeichen ist sofort ein Tierarzt zu rufen, meist bekommt man auch beim Anruf Empfehlungen zur Sofortmaßnahmen, die man durchführt bis der Tierarzt da ist, z.B. sämtliches Futter entfernen, Krankenbox einrichten, das Pferd langsam im Schritt führen, den Unterbauch mit Stroh abreiben, warme Wickel am Bauch anlegen. Was davon wichtig ist, kann ein Laie schwerlich entscheiden.
Vorbeugung : regelmäßiges Impfen, Wurmkuren, einwandfreies Futter, genügendes abreiben des Pferdes nach schwitzen, Stall und Weide sauber halten.

Koppen : Ein koppendes Pferd saugt mit dem Maul ( nicht Nüstern) Luft ein, spannt die Halsmuskulatur an und drückt die Luft in den Magen, es frisst sozusagen Luft.
Aufsetzer setzen zum Koppen ihre oberen Schneidezähne auf den Krippenrand, Zaunpfosten oder sonst einem anderen festen Gegenstand.
Freikopper recken ihren Kopf nach vorn oder zur Seite, um Luft zu schlucken.
Manche Pferde betreiben auch beide Arten. Kopper haben häufig einen Dickbauch; die geschluckte Luft bläht und entweicht mitunter recht hörbar nach vorn oder hinten raus. Koppen führt zu Magenverstimmungen und erhöht das Risiko von Koliken. Es ist überwiegend ein Zeichen von Langeweile und wirkt ansteckend auf andere Pferde.
Abhilfe kann neben regelmäßiger Beschäftigung ein Kopperriemen schaffen, er muss gut angepasst sein., damit er nicht scheuert noch ohne Wirkung bleibt.
Bei chronischen Krippensetzen hilft unter anderem eine Operation, bei der ein Teil von der Halsmuskulatur entfernt wird. Gegen Freikoppen gibt es keine Hilfsmittel.

Kreuzverschlag : Oder auch Kreuzrehe, Nierenverschlag, Lumbargo, Schwarze Harnwinde genannt, ist ein Muskelkater in gefährlichster Form.
Durch abrupten Wechsel von harter Arbeit zu längerem Nichtstun reichert sich in der Muskulatur zuviel Milchsäure (Glukose) an, sie liefert bei Bewegung Energie und wird abgebaut.
Verstärkt wird diese Übersäuerung, wenn an Stehtagen auch noch Aufbau- oder Kraftfutter gefüttert wird.
Die Muskeln verhärten, schwellen an und werden zersetzt, danach zerfällt die Glukose, gelangt in den Harn und färbt diesen dunkel. Wenn man mit dem Pferd wieder arbeitet, geht es zuerst völlig normal, teilweise auch lebhafter, doch nach kurzer Zeit fängt es auch bei kühlem Wetter an zu schwitzen, atmet schwer und heftig, läuft steif und versucht sich vielleicht hinzulegen. Bei solchen Anzeichen heißt es sofort abzusitzen, das Pferd sollte möglichst keinen Schritt mehr gehen. Es muss die Hinterhand warm eingedeckt werden (Reitjacke, Satteldecke usw.) und am Hinlegen gehindert werden. Auf schnellstem Wege sollte vom Mitreiter ein Transporter geholt und das Tier vorsichtig nach Haus oder in eine Tierklinik transportiert werden.
Pferde mit Kreuzverschlag bieten ein Bild des Jammers, sie können nur mühsam ein Bein vor das andere setzten und oft kommt jede Hilfe, auch bei sofortiger Behandlung zu spät.
Vorbeugung besteht in regelmäßiger Beschäftigung und leichtem Bewegen nach einem anstrengendem Ritt. Weidegang reicht in der Regel nicht aus, um den Milchsäureüberschuss auf unschädliche Weise abzubauen !

Lahmheit : Jede Bewegungsstörung gilt beim Pferd als Lahmheit, auffallend ist sie allerdings nur, wenn es hinkt. Es belastet beim Auffußen das gesunde Bein stärker als das kranke und senkt dabei den Kopf bzw. dir Kruppe tiefer.
Bei vielen Lahmheiten ist der ungleichmäßige Gang nicht so stark ausgeprägt und somit schwer zu erkennen, besonders wenn ein Beinpaar betroffen ist.
Ein kaum merkliches Hinken wird Schonen oder Klammgehen genannt. Die Lahmheit kann vom Huf, der Schulter, jedem dazwischen liegendem Gelenk und den Sehnen ausgehen.
Die Ursachen sind äußerst zahlreich, z.B. Verletzung, Vernageln, Nageltritt, Stoß, Schlag, Fall, Stolpern, Überanstrengung, Gleichgewichtsstörung, Krankheiten wie Hufrollenentzündung, Schale, Spat Hufrehe, Kreuzverschlag, Hufgeschwür oder auch Wurmbefall. Eine Lahmheit kann kurzfristig auftreten und wieder verschwinden, z.B. wenn ein Stein zwischen Huf und Eisen geraten ist und dieser entfernt wird. Schwieriger sind Lahmheiten die unmerklich beginnen und schon chronisch geworden sind, bevor man sie erkennt. Oft sind es Sehnenschäden die nicht mehr zu beheben sind. Jede Lahmheit sollte vom Tierarzt untersucht werden, auch wenn dieser unter Umständen eine Zügellahmheit feststellt. Sie zeigt sich im Schritt und im Trab auf der Vorhand und kann von schmerzhaften Verspannungen im Rücken und Hals ausgehen, meist kommt sie durch harte und einseitige Zügelführung. Durch Gymnastisierung und eine weichere Zügelhand kann sich diese Lahmheit wieder geben.

Mauke : ist eine Entzündung und Anschwellung der Fesselbeuge. Die Haut springt auf, nässt oder eitert und wird schorfig. Auch das darunter liegende Gewebe kann angegriffen werden. Wenn die austretende Flüssigkeit bereits einen üblen Geruch hat, deutet dies auf eine Zersetzung von Gewebezellen (Gewebebrand) hin. Dieses fortgeschrittene Stadium wird auch als Brandmauke bezeichnet. Mauke ist keinesfalls harmlos, sie bereitet dem Pferd schon bei trockener, rissiger Haut schmerzen. Es schont das betreffende Bein (im schlimmen Fall alle vier), verspannt sich meist dabei und zeigt eine mehr oder weniger deutliche Lahmheit.
Die Ursachen : Es kann eine kleine Verletzung sein, die nicht beachtet wurde, oft entstehen Hautreizungen durch Chemikalien, Gefrierschutzmittel im Sand der Reitbahn, Streusalze, Kunstdünger, Giftstoffe in Bächen und Pfützen, auch ganz normaler Schmutz der nicht beachtet wurde kann Schuld sein, ebenso vernässte Einstreu, spitze Strohhalme, Kälte und Regennässe.
Die Fesselbeuge sollte deshalb nach jedem Reiten gereinigt und getrocknet werden. Nässe (auch häufiges Waschen) schadet der Haut und fördert Mauke. Man kann die gesäuberte Haut vorbeugend vor und nach dem Reiten mit Vaseline oder einer ähnlichen Schutzsalbe eincremen. Für die Behandlung einer leichten Mauke holt man sich vom Tierarzt eine Heilsalbe. Wenn man nicht weiß wie schwer die Entzündung ist, überlässt man ihm die Diagnose. In der Sprunggelenksbeuge können ähnliche Entzündungsprozesse auftreten, man nennt diese Raspe.

Nervenschnitt : Es ist ein tierärztlicher Eingriff, bei dem die Nerven zwischen Huf und Fessel durchtrennt werden. Die Operation wird häufig bei der Hufrollenentzündung vorgenommen. Das Pferd spürt danach, zumindest für eine Weile, keinen Schmerz in dem erkranktem Bereich und geht nicht mehr Lahm. Die Krankheit wird dadurch aber nicht beseitigt. Da auch der Huf unempfindlich geworden ist, reagiert das Pferd auch nicht mehr auf eingetretene Nägel, Glasscherben, Steine, Vernagelungen oder andere Verletzungen. Die tägliche Hufuntersuchung und -pflege ist deshalb bei Nervenschnitten besonders wichtig. Der Erfolg des Eingriffs hält etwa zwei Jahre an, selten länger, danach ist die Schädigung des Beines so weit fortgeschritten, dass das Pferd wieder zu lahmen beginnt und getötet werden muss.

Niederbruch : das zusammenbrechen eines Pferdes in Folge von Erschöpfung, Hitzschlag oder Erkrankung. Es ist auch eine Bezeichnung für einen totalen Sehnenriss.

Periodische Augenentzündung (Mondblindheit) : Sie äußert sich durch auffallende Lichtempfindlichkeit, das Pferd hält die Augen schon bei geringem Lichteinfall geschlossen. Weitere Anzeichen sind starker Tränenfluss, Trübung der Hornhaut und die Absonderung eines gelblichgrauen Sekrets.
Weil diese Erscheinung am Anfang von selbst wieder zurück geht, aber in Abständen, wie der Mond, von 4 - 6 Wochen wieder kommt, nennt man sie auch Mondblindheit. Sie kann durch Viren aus dem Kot von Ratten und Mäusen, von Allergien, Insektenlarven und anderen noch nicht bekannten Auslösern hervorgerufen werden. Die Krankheit führt zur Erblindung beider Augen, wenn sie nicht frühzeitig festgestellt und behandelt wird, manchmal kann das Erblinden nur verzögert werden.

Phlegmone : Sie entsteht durch eine Infektion oft winziger Verletzungen, z.B. durch einen Nagelriss oder -stich, eventuell auch als Folge einer Mauke. Sie tritt fast ausschließlich im unteren Teil eines Hufes, Hinterbeines auf.
Das Zellgewebe der Unterhaut entzündet sich, weil Bakterien in die Wunde eingedrungen sind und fängt manchmal auch zu eitern an. Das Bein schwillt meist unförmig an. Die Behandlung ist dem Tierarzt zu überlassen. Phlegmone wird oft als Einschuss bezeichnet, dieser hat aber andere Ursachen.

Puls : Mit etwa 100 Schlägen in der Minute arbeitet das Herz und damit der Puls eines neugeborenen Fohlens 2 - 3 mal so schnell, wie das der Mutter.
Erwachsene Pferde haben im Ruhestand einen Puls von etwa 30 - 50 Schläge ja Min., ein Jährling immerhin noch 70 - 80.
Bei großer Anstrengung erhöht sich die Herztätigkeit und der Puls kann auf mehr als 140 Schläge je Min. hinauf jagen. Er lässt sich beim Pferd allerdings nur an wenigen Stellen erfühlen, am besten an der Schlagader des Unterkiefers, an der Innenseite der Backen oder an der Innenseite der Hinterbeine. Mit dem Stethoskop ( Horchgerät) kann der Tierarzt Herz und Puls genauer abhorchen.

PAT-Werte heißt Puls- Atmung- Temperatur Werte

Rotz : Er zählt bei uns noch zu den Hauptmängeln, tritt aber schon lange nicht mehr in Deutschland und den angrenzenden Staaten auf.
Wegen vermuteter Rotzgefahr sind Pferdeimporte aus der Türkei und aus dem europäischen Teil Russlands bei uns Genehmigungspflichtig. Vor etwa einem halben Jahrhundert sind in Deutschland mehrere Menschen daran gestorben, denn die Erkrankung verläuft immer tödlich. Sie ist stets mit Fieber verbunden; beim Nasenrotz, der häufigsten Art, schwellen die Lymphknoten im Kehlgang an, in der Nase bildet sich blutiger Schleim. Lungenrotz zeigt sich durch hartem Husten und Atembeschwerden an, beim Hautrotz bilden sich Hautverdickungen und -geschwüre.

Sattelzwang : ist ein Zeichen für Angst, Schmerz oder Unbehagen des Pferdes. Er äußert sich unterschiedlich heftig, meist beim oder nach dem Satteln oder beim Aufsteigen. Das Pferd wird unruhig und drängt zur Seite, es buckelt oder steigt, manche werfen sich auch auf die Erde. Sattelzwang kann bei jungen Pferden entstehen, wenn der Gurt beim ersten Satteln zu grob oder schroff angezogen wird. Es ist dann oft nicht mehr heilbar.
Manchmal wird er auch durch Druckstellen oder eine schmerzhafte Verkalkung der Wirbelsäule verursacht.

Schale : krankhafte, beidseitige Knochenauftreibung am Fesselgelenk, Kron- oder Hufbein des Pferdes. Eine einseitige Knochenwucherung wird als Leist, eine rundum laufende als Ringbein bezeichnet. Durch Entzündungsprozesse wuchern die Knochen und reiben an Sehnen und Bändern, oft versteift sich das Gelenk. Die Folge ist Berührungsschmerz im Anfangsstadium, dann schwere Lahmheit. Chronisch gewordene Schale lässt sich meist nur noch durch Brennen lindern. Die Veranlagung zur Schale, Leist oder Ringbein kann angeboren sein, häufiger ist jedoch Überbeanspruchung die Ursache. Vor allem kommt sie durch zu frühes Anreiten junger Pferde und das Reiten auf gepflasterten Wegen.

Sehnen : des Pferdes können geschädigt werden, durch Überdehnung mit nachfolgender Entzündung, durch Zerrung und durch Zerreißen. Ein Pferd mit offensichtlichem oder festgestelltem Sehnenschaden darf unter keinen Umständen weiter geritten werden!!!!
Eine Überdehnung kann meist erst nach Stunden festgestellt werden, die betroffene Stelle schwillt an und ist deutlich wärmer als der umliegende Bereich des Beines.
Die Zerrung zeigt sich sofort, das Pferd lahmt augenblicklich, ebenso bei einem Sehnenriss. Dies ist die gefährlichste Form der Sehnenschädigung; es können einzelne Fasern gerissen sein, aber auch die ganze Sehne ( Niederbruch).
Sehnenschäden sind langwierig und nur durch den Tierarzt zu behandeln.

Spat : typisches Leiden von Trabern und überbeanspruchten Dressurpferden, aber auch andere, vor allem ältere Pferde können betroffen werden. An den Sprunggelenken verknöchern die knorpeligen Gelenkkapseln. Diese Knochenauftreibungen verursachen am Anfang der Arbeit heftige Schmerzen, aber meist klingt die damit verbundene Lahmheit nach wenigen Minuten ab. Zuerst bringt ein Spezialbeschlag Linderung, später ist nur noch zeitweises Schmerz ausschalten z.B. durch Brennen möglich, bevor es endgültig gebrauchsunfähig wird.

Strahlfäule : Der scharfe Urin in der Einstreu, ständiger Aufenthalt auf verschlammten Weiden und mangelnde Hufpflege sind häufig Ursachen für Strahlfäule. Dabei wird der Strahl allmählich zersetzt, die Hornsubstanz beginnt zu faulen, riecht entsprechend Übel und löst sich ab. Durchblutungsmangel fördert die Fäule, er entsteht wenn das Pferd zu stark ausgeschnitten wurde und längere Zeit nicht auf den Strahl treten kann, oder wenn es länger stehen muss (Box). Die losen Teile des Strahls müssen vom Tierarzt , Schmied entfernt werden, danach die Strahlfurchen desinfiziert. Mit Holzteer darf der Strahl erst bestrichen werden, wenn alle zerstörten Teile entfernt wurden. Kupfervitriol sollte man vorsichtig verwenden, denn es ist hoch giftig. siehe Bild

Temperatur : Temperatur : von 38,8 - 39,3 Grad; nach dem ersten Lebenstagen fällt sie auf 38,5 - 38,7.
Ein erwachsenes Pferd hat im Durchschnitt 37,5 - 38,2 Grad, an heißen Tagen steigt die Temperatur etwas an; bei Anstrengung kann die sie bis zu 40 Grad betragen, geht aber innerhalb von 1 - 1 ? Std. wieder zurück. Hat ein Pferd längere Zeit eine Temperatur von über 39 Grad, besonders morgens und abends, ist dies ein Zeichen von einer Erkrankung.
Um bei einem Pferd die Temperatur zu messen, nimmt man ein Fieberthermometer, an das oberhalb der Skala eine Schnur befestigt wird, führt es in den After ein und wird an der Schnur gehalten, so hat man es immer noch in der Hand, wenn es mal ganz hinein rutscht. Bei stark erhöhter oder sehr niedriger Temperatur muss der Tierarzt verständigt werden.

Tollwut : wird von Haus- oder Wildtieren auch auf Pferde und Menschen übertragen.
Vor allem Weidepferde sollten in einem gefährdeten Gebiet durch Impfung geschützt werden.

Verfohlen : ist eine Fehl- oder Totgeburt (Abort) bei Pferden. Es kann zu jedem Zeitpunkt der Trächtigkeit passieren, besonders gefürchtet ist das seuchenhafte Verfohlen ( Virusabort), das durch eine Impfung verhindert werden kann. Jede Erkrankung, Wurmbefall, Futterumstellung, schlechtes Futter, Überanstrengung oder ein Unfall erhöht das Risiko zum Verfohlen. Schon aus Gesundheitsrechtlichen Gründen muss beim Verfohlen der Tierarzt gerufen werden, damit er das verworfene Fohlen untersuchen und die Ursache des Abgangs heraus finden kann.

Vernageln : liegt vor wenn der Hufschmied beim Beschlagen einen Nagel falsch anbringt und das Pferd dadurch verletzt. Beim Nagelstich gerät der Nagel in den weichen, lebenden Teil des Hufes, er muss sofort entfernt und die Wunde desinfiziert werden( meist blutet es etwas). Beim Nageldruck sitzt der Nagel nah am lebendigen Teil; geht das Pferde erst in ein paar Tagen lahm, hat sich oft bereits die Huflederhaut entzündet. Das Eisen muss sofort entfernt und an den Huf ein Kühlverband angelegt werden. Auch bei erfahrenen, tüchtigen Hufschmieden ist das Vernageln groß, wenn das Pferd nicht schmiedefromm, sondern zapplig und unruhig beim Beschlagen ist.

Weben : Ein webendes Pferd führt im Stall ( Box oder Ständer) unablässig die selben Bewegungen oft Stundenlang aus. Es pendelt mit dem Kopf und Hals von einer Seite zur anderen, verlagert entsprechend das Gewicht, oder tritt mit den Vorderbeinen mit. Dieser immer gleiche, zwanghafte Bewegungsablauf, ist eine neurotische Störung.
Anfällig dafür sind Pferde, die an Eintönigkeit und Bewegungsmangel leiden. Bei Weidepferden kommt das Weben so gut wie nie vor, umso mehr bei denjenigen die im Stall stehen und nur am Wochenende bewegt werden.
Weben schädigt auf die Dauer die Sehnen und Gelenke der Vorderbeine, schlimmer ist aber die seelisch - körperliche Not, die aus dem Weben spricht. Nachbarpferde, vor allem jene, die ein ähnliches Dasein fristen und junge Tiere neigen zur Nachahmung.

Wundstarrkrampf Tetanus : Starrkrampferreger sondern ein Nervengift ins Blut ab, das furchtbare Muskelkrämpfe auslöst. Pferde sind durch sie besonders gefährdet, da die Bazillen bei vielen im Darm nisten; bei Wurmbefall werden oft die Darmwände verletzt und die Bazillen werden dort wirksam. Über den Kot gelangen sie dann nach außen und überleben viele Jahre dort, wo der Mist liegt oder gelegen hat. Gelangen sie in eine Wunde, dann vermehren sie sich besonders unter Luftabschluss sehr rasch; deshalb besteht gerade bei kleinen, aber tiefen Wunden erhöhte Tetanusgefahr.
Ein erkranktes Pferd läuft steifbeinig, steht mit gespreizten Beinen und kann nicht mehr richtig schlucken. Ein totaler Kieferkrampf macht es ihm schließlich unmöglich, das Maul zu öffnen oder es sich öffnen zu lassen. Solche Tiere müssen künstlich ernährt werden und stehen zu dem noch schreckliche Ängste aus. Die Behandlung ist langwierig und meist ohne Erfolg, d.h. das Pferd stirbt unter Qualen.
Schutzimpfungen sollten deshalb selbstverständlich sein !!!!

Wurmbefall :Jedes Pferd ist in jedem Alter, zu jeder Zeit und an jedem Ort davon bedroht !!!
Schon ungeborene Fohlen können über das Blut der Mutter befallen werden. Würmer, auch die Eier und Larven, sind eine häufige Ursache für unterschiedliche Erkrankungen, deshalb sollte man für eine regelmäßig Entwurmung der Tiere sorgen.
Damit kann der Wurmbefall zwar nicht ganz aufgehoben, aber dennoch eingeschränkt werden. Die häufigsten Arten sind : Spul- und Palisaden- (Blutwürmer), und die Larven von Magenbremsen (Pferdefliegen, -dasseln). Wird der Wanderkreislauf von Eiern, Larven und erwachsenen Tieren nicht ständig unterbunden, kann ein ganzer Stall seuchenartig verwurmt werden. Hier hilft nur noch eine völlige Desinfektion des gesamten Gebäudes und oder die Aufgabe stark befallener Weiden. Dort geht zwar ein großer Teil der Wurmbrut, bei intensiver Sonnenstrahlung oder extremer Kälte ( außer Spulwürmer) zugrunde, der Rest aber vermehrt sich bei günstiger Witterung sehr rasch und zahlreich.
Eine einmalige Wurmkur nützt daher nicht viel, sie sollte alle 3 - 4 Monate wiederholt werden, außerdem ist das tägliche Abkoten der Weiden vom Vorteil, so wird die Vermehrung der Würmer zusätzlich eingeschränkt.
siehe Bild

Zwanghuf : es ist eine fehlerhafte Form des Hufes. Der Huf ist im Hinterem Bereich verengt und eingerollt, der Strahl zu schmal. Durch sehr eng geschmiedete Eisen, kann ein Zwanghuf nicht nur gefördert werden, sondern überhaupt erst entstehen.



Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!